Montag, 17. November 2008

Salkantantaya Trek - Auf dem Weg nach Machu Picchu

Adrian wollte schon fast eine gefuehrte Tour nach Machu Picchu buchen. Mir war das aber deutlich zu teuer (4 Tage / 175$). Ich dachte eher daran den Spass mit dem Fahrrad zu fahren. Geeinigt haben wir uns letztendlich auf eine Trekkingtour auf eigene faust auf dem Salkantaya Trek. Also Wanderkarte gekauft, Rucksack gepackt und auf zum Busterminal. Der Ausgangspunkt fuer diese Tour ist Mollepata, ein kleines Bergdorf. Um dorthin zu gelangen sollten wir dann noch umsteigen. Spaeter stellte sich heraus, dass der Anschlussbus erst 2 Stunden spaeter fahren soll. Tja so ist das halt in Suedamerika. Also haben wir schnell das naechste Collectivo angehalten welches uns bis zum Abzweig der Piste nach Mollepata gebracht hat. Der Plan war dann einfach weiter zu trempen. Es hat auch keine 5 Minuten gedauert, bis der erste LKW vorbei kam. Die Geste des Beifahrers war eindeutig: "Na los, rauf auf die Ladeflaeche mit euch". Der LKW hate Sand geladen. Die Fahrt war dementsprechend bequem. Ja, so ungefaehr habe ich mir Suedamerika vorgestellt, gemuetlich auf der Ladeflaeche durch die Berge fahren.

Nun ging es endlich los mit der Wanderung, auf ca. 2800m. Die Vegetation war recht Mediterran. Schon bald haten wir einen Begleiter. Ein kleiner Schuljunge hat uns auf seinem Heimweg den Weg gewiesen. Der Weg schraubte sich immer hoeher, spaeter mit vielen kleinen Kanaelen, dichter Vegetation und tollen Ausblicken.

Kurz vor dem Dunkel werden gab es dann "richtige" Berge zu sehen. Wir haben es dann auch noch bis zum eingezeichneten Campingplatz geschaft, wo wir eine Schweizer Familie getroffen haben, welche die Tour organisiet machen, also mit Guide, und einer ganzen Kolone von Pferden und anderen Helfern. Ich will nicht wissen was der Spass gekostet hat...

Am naechsten Morgen ging es dann erstmal relativ gemuetlich weiter bis um Fuss des Sakaltaya.

Dort ging es dann links steil hinauf zum 4600m hohen Pass. Leider hat es sich ordentlich zugezogen, so dass uns ein naeherer Blick auf den Sakaltaya verwehrt wurde. Kalt wurde es so natuerlich auch. Also schnell wieder runter, direkt rein in den Nebel.

Erstaunlicher Weise sind wir direkt aus dem Hochalpinen Klima in den Dschungel abgestiegen und haben erstmal schoenen Regen mitgenommen. Zelt im Regen abbauen ist was feines...egal, wenigstens ist es nicht ganz so kalt. Ein Camp weiter oben hat es wohl ordentlich geschneit...
In den Thermalquellen, welche auf unserem Weg lagen haette ich nach 2 Tagen Trekking und dem Regen schon ganz gut ein paar Stunden verbringen koennen. Leider waren sie geschlossen und mit Stacheldraht gesichert.

Weiter ging es im Tal, aber immer auf und ab bei schwueler Hitze. Irgendwann wurde es richtig anstrengend. Im ersten groesseren Ort wurden wir belagert von Taxifahren, welche uns in die naechste Stadt bringen wollten. Wir waren zwar schon recht fertig, aber jetzt aufgeben? Nein danke! Weiter ging es den naechsten alten Inka Pfad steil hinauf zum letzten Pass. Der Weg war traumhaft schoen mit tollem Ausblick ins Tal. Die Passhoehe haben wir aber erst am naechsten Tag erreicht.

Schon nach kurzer Zeit konnten wir unser Ziel erkennen. Machu Picchu liegt nun in greifbarer Naehe.

Nach dem Abstieg mussten wir noch ca. 10km auf der Eisenbahntrasse zuruecklegen. Das liess sich aber so beschissen laufen, dass wir beschlossen auf dem Rueckweg doch lieber mit dem Zug zu fahren, obwohl die Fahrarte satte 8$ kostet (fuer nur 10km, Abzocke pur!!!). Voellig Fertig sind wir nach 4 Tagen Trekkingtour in Aguas Calientes angeommen, dem Ort am Fuss von Machu Picchu.

Nach einem Ruhetag ging es dann ganz frueh los nach Machu Picchu. Auf dem Weg haben wir auch noch eine Gruppe junger Franzosen getroffen. Die haben ganz schoen geschnauft. Fuer uns war das dank Hoehentraining mit schwerem Gepaeck ein Kinderspiel. Erster!

Wir waren dann letztendlich schon eine Stunde zu frueh oben (Oeffnungszeiten stehen sowieso nirgends), aber es hat sich trotzdem gelohnt. Ich bin dann doch tatsaechlich als erster reingelassen worden (hehe). So hatten wir dann die Moeglichkeit ein paar schoene Fotos in nder Morgensonne och one massenhaft Touristen schiessen zu koennen. Ein Traum!

Ausserdem hat man so bessere chancen auf den Waynapicchu hinauf zu kommen. Da duerfen neaemlich taeglich nur 400 Leute hoch (Wer schon oben war weis warum). Auf diesen makanten Berg im Hintergrund der Ruienen musste ich natuerlich unbedingt hoch. Im Nachhinein betrachtet war der Aufstieg und der Blick vom Waynapicchu der absolute Hoehepunkt des Besuches. Nur fuer die Ruinen haette sich fuer mich das Eintrittsgeld und der Aufwand dahin zu kommen nicht gelohnt. Landschaftlich ist die Gegend ein Traum. Schroffe Berge mit 1000m tief fast senkrecht abfallen und dazwischen Dschungel. Ein echtes Higlight!

Zurueck ging es dann die gleiche kurze Strecke mit dem Zug und dann in einer Art Grossraumtaxi 7 Stunden lang ueber teilweise heftige Pisten zurueck nach Cusco. Mit dem Zug in die andere Richtung waer natuelic viel kuerzer gewesen (1,5h Zug und 1,5h Bus),m haette abe deutlich mehr gekostet dan der uebelen Preispolitik der Orientexpresgesellschaft. Die Fahrt mit dem Taxi durch die hintersten Ecken war allerdings auch ein Erlebnis fuer sich. Uebele Pisten, steile und tiefe Abgruende und der fahrer ist natuerlich ordentlich geheizt. Achja, das Tanken war auch ganz witzig. Ein Eimer und ein Trichter ersetzt die Tanksaueule...

Schade dass der Tag nicht ganz so erfreulich zuende ging. Beim Aussteigen musste ich feststellen, dass meine Kamera fehlte! Ob sie einfach irgendwo beim einstapeln der Rucksaecke rausgefallen ist oder flinke Finger im Spiel waren weiss ich nicht. Jedenfalls war das wohl zum groessten Teil meine eigene Schuld. Einmal nicht aufgepasst und schon passiert es. Naja, es gibt schlimmeres, obwohl es schon schade um die Fotos von Machu Picchu und dem Trek davor ist.
(Die Bilder sind alle von der Digicam von Adrian.)
Noch ein paar mehr Bilder (auch als Diashow moeglich) gibt es wie immer in meinem Flickr Album. Den Link dafuer findet ihr in der rechten Spalte.

Cusco

Cusco hat schon einiges zu bieten und ist architektonisch sicher die schoenste Stadt in Peru. Es gibt viele Kolonialgebaeude. Man fuehlt sich fast wie in Europa, einfach ganz anders als die anderen Staedte bishe in Suedamerika. OK, Arequipa war auch ganz huebsch, aber sonst sieht es da eher mau aus. Ueber Internet haben wir uns schon wieder vorher ein schoenes Hostal rausgesucht. Das Gebaeude ist wohl schon 450 Jahre alt und hat schon einen gewissen Charme.

Dank eigener Bar geht im Hostal schon einiges. langweilig wird es jedenfalls nie.

Bei unserem Stadtrundgang gab es dann noch ein kraeftiges Gewitter, welches gleich mal ordentlich die Strassen unter Wasser gesetzt hat.

Von Arequipa ueber den Altiplano nach Juliaca

Lo geht es mit der Tour in Richtung Titicaca See. Von Arequipa lassen wir uns aber diesmal mi dem Bus auf den Altiplano bringen. Den fast 2000m hohen Anstieg sind wir ja schliesslich schonal gefahren als wir auf dem Weg zum Colca Canyon waren. Los geht es auf ca. 4200m. Adrian spuert die duenne Luft deutlich, bei mir geht es einigermassen. Schon bald setzte ein recht kraeftiger Gegenwind ein, der in Kombination mit dieen endlos langen geraden schon recht aetzend ist.

Spaeter wir es landschaftlich reizvoller. Dafuer wird das Wetter deutlich ungemuetlicher. Irgendwie erinnert mich da ganze an Schottland. So stelle ich es mir zumindest vor.

Nach sehr anstrengenden 77km erreichen wir Santa Lucia, ein etwas groesseres Dorf auf dem Altiplano in dem es immerhin eine Hospedaje gibt, sehr einfach, aber wenigstens ein Dach ueber dem Kopf. Mit dem Abendessen in einer kleinen Kneipe haben wir einen richtigen Eindruck von dem Landleben auf dem Altiplano erhalten. Es gab nur ein Abendmenue, eine Nudelsuppe und danach gebratene Forelle mit Reis. Das ganze hat nur ca. 75 Cent gekostet und war wirklich lecker, viel besser als man es beim Anblick dieses Ortes erwarten wuerde. Wizig war, wie sich die ganze Familie wie kleine Kinder ueber die 1 Centimos Geldstuecke gefreut hat, die wir in Arequipa im Supermarkt (absolut modernstes Neveau!) als Wechselgeld bekamen. Sie haben sich darueber gefreut und wir waren den Alumuell los, mit dem man wohl nur in diesem Supermarkt etwa anfangen kann...

Am naechsten tag ging es dann zunehmend flacher unaufregender bis nach Juliaca, einem totalen Drecksnest aus dem wir schnellstens wieder verschwunden sind...und zwar mit dem Bus. Wir machen zwischendurch einen kleinen Abstecher nach Cusco und Machu Picchu bevor wir weiter zum Titicacasee fahren.

Donnerstag, 6. November 2008

Arequipa und Umgebung

Nach dem laestigen Aufenthalt in Tacna sind wir nun endlich in Arequipa angekommen. Hier gibt es dann auch wieder gescheite Hostels. Wir sind im Arequipas Backpackers Hostel untergekommen, in einem tollen alten Gebaude, mit super Service und familiaerer Athmosphaere. Hier kann mans aushalten!


Nach einem Ausruhtag haben wir uns dann auf den Weg zum Colca Canyon gemacht. Natuerlich mit dem Fahrrad! Der Colca Canyon ist etwa 180km von Arequipa entfernt, allerdings mit ein paar kleinen Huckeln dazwischen. Zunaechst geht es erstmal 80km hoch bis auf ca. 3900m. Da wir erst kurz vor Mittag losgekommen sind haben wir schon auf 3500m campiert.

Am naechsten Vormittag haben wir dann den Pass ueberquert und sind auf dem Altiplano gelandet. Kurze Zeit spaeter mussten wir von der sehr gut ausgebauten Hauptstrasse in Richtung Titicaca See abbiegen und mussten auf einer Strasse mit teils bruechigen Asphalt, teils Schotter weiter fahren. Es ging immer hoeher, schon bald waren 4200m erreicht. Es liess sich aber erstaunlich gut fahren.

Die naechste Nacht verbrachten wir auf 4200m Hoehe. Ich konnte so gut wie nicht schlafen und es war auch schon recht kuehl. Am Morgen zeigte das Thermometer 0 Grad an, aber es war warm im Schlafsack. Nach 2 Stunden fahren ging es mir dann garnicht mehr gut, starke Kopfschmerzen, Uebelkeit, Schwindelgefuehle...da hat mich wohl die Hoehenkrankheit erwischt! Weiter ging es nur noch mit schieben. Immerhin waren wir da schon auf 4700m Hoehe. Irgendwann kam dann ein Bus den ich angehalten habe, 2,5 Stunden spaeter war ich dann wieder in Arequipa. Die Kopfschschmerzen und Schwindelgefuehle waren auch sofort wieder weg. Schade, den 4800er Pass und den Colca Canyon haette ich schon gern gesehen, aber sicher ist sicher.

Am Abend gab es dan noch ein Barbeque im Hostel, genau das richtige nach 3 Tagen in den Bergen! Ausserdem wurde dann noch der Wahlsieg von Obama gfeiert. Am naechsten Tag war dann wieder alles in Ordnung. Um noch etwas Hoehentraining zu machen bin ich mal die alte Strecke in Richtung Colca Canyon ein Stueck hochgefahrn. Bis auf 3200m Hoehe war die Strasse noch asphaltiert, danach begann eine uebele Piste aus Steinen und Sand. Kaum zu glauben, dass sich frueher der gesamte Verkehr ueber dies Pste gequaelt hat. Da ich erst recht spaet gestartet bin, musste ich schon bei 3800m umkehren. Bei der Abfahrt wurde ich dann richtig gut durchgeschuettelt, aber es hat spass gemacht.

Uebermorgen wollen wir dann in Richtung Puno starten und wiedermal wird der Abschied aus dem Hostel schwer fallen...

Samstag, 1. November 2008

Tacna

Da wir wussten, dass heute kein Bus in Richtung Arequipa faehrt, mussten wir den Tag irgendwie anders rumbringen. Wir haben uns mal wieder auf die Raeder geschwungen und sind ein Stueck hoch in Richtung Anden geradelt. Man sieht kaum dass es hoch geht, man merkt bloss, dass es sich schwer treten laesst. Insgesamt sind wir bis auf 1400m gekommen, wo wir noch ein paar Steinmalereien sehen konnten und die Haengebruecke war auch ganz nett ;)


Als wir Abends ein Busticket fuer den naechsten Tag kaufen wollten, hiess es wieder dass nix faehrt... Wier hatten decht genug von diesem Ort und waren schon bereit notfalls mit dem Rad weiter zu fahren... sind ja bloss 170km durch die Wueste bis zur naechsten Stadt gewesen...
Nachdem wir dann am naechsten Tag nochmal von 8 Uhr bis 15:30 Uhr gewartet haben ist dann nach einigem Chaos doch noch ein Bus gefahren. So langsam war dass dann auch nicht mehr spassig. Das Busterminal wurde vor den Demonstranten abgeriegelt und in der Stadt wurde wohl auch das Parlament der Provinz Tacna in Brand gesetzt! Die Sicherheitskontrollen fuer die Busfahrt waren auch krass. Es wurde von jedem das Gesicht gefilmt. Wir mussten diverse Kontrollposten passieren und die Ausweise abgeben. Zollkontrollen gab es ebenfalls. Und dass alles ohne eine Staatsgrenze yzu passieren! Egal, wir sind endlich raus aus der Provinz Tacna und auf dem Weg nach Arequipa.